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Angepasste Teststrategie

Die Interministerielle Konferenz Volksgesundheit ist am 19. Oktober 2020 erneut zusammengekommen, um die Frage der Bewältigung der COVID-19-Pandemie zu erörtern. Die Schwerpunkte und Entscheidungen des Konzertierungsausschusses vom 16. Oktober wurden in Bezug auf die Gesundheitsaspekte diskutiert und weiter ausgearbeitet.

Prioritäten in der Politik in Bezug auf PCR-Tests

In den letzten Monaten hat sich die Kapazität für die Entnahme und Laboranalyse von Proben in enger Zusammenarbeit zwischen den Behörden des Landes stark entwickelt. Während wir zu Beginn der Corona-Krise etwa 4.000 PCR-Tests pro Tag durchführten, haben wir in den letzten Tagen bis zu mehr als 60.000 PCR-Tests pro Tag durchgeführt. Wir sind eines der führenden Länder in Europa, was die Anzahl der durchgeführten Tests betrifft. Es wurden Initiativen ergriffen, um diese PCR-Testkapazität sowohl auf Laborebene als auch auf Ebene der Einsammlung von Proben weiter zu erhöhen.

Trotz dieser Bemühungen stellen wir fest, dass einige Labore in den letzten Tagen immer mehr Probleme hatten, die Ergebnisse der PCR-Tests innerhalb eines akzeptablen Zeitrahmens zur Verfügung zu stellen, wodurch die Politik des Screenings und die Kontaktermittlung unter Druck geraten ist. Darüber hinaus stehen die Allgemeinmediziner aufgrund der Kombination von normaler Patientenversorgung und Probenentnahme unter großem Druck. Der exponentielle Anstieg der Fallzahlen von COVID-19 in Europa gefährdet auch die Versorgung mit Reagenzien, die für die Durchführung der Tests benötigt werden.

Unter Berücksichtigung all dieser Elemente ist es notwendig, klare Prioritäten für Tests und die Laboranalyse festzulegen, die der Volksgesundheit am ehesten dienen und die Epidemie eindämmen können. Darüber hinaus wird die Politik in Bezug auf die Tests in den kommenden Wochen auch um neue Techniken erweitert werden, hauptsächlich um Antigen-Schnelltests, für die der Corona-Kommissar der Regierung erst kürzlich die notwendigen Koordinierungsinitiativen ergriffen hat.

Hinsichtlich der Probenentnahmen und Laboranalysen sind folgende Prioritäten festzulegen, die ab dem 21. Oktober einsetzen:

  • Die Kapazität der Labore auf dem belgischen Staatsgebiet muss in erster Linie der Volksgesundheit dienen. Labore sollten stets den folgenden Aspekten Vorrang geben:
  • Bei der Probenentnahme und Laboranalyse wird symptomatischen Patienten jederzeit höchste Priorität eingeräumt, wobei schwerkranken Patienten, Berufsfachkräften im Gesundheitswesen und Personen über 65 Jahren mit Komorbiditäten besondere Aufmerksamkeit zu widmen ist.
  • Die zweite Priorität ist die Einsammlung von Proben und Laboranalysen bei Clustern/Virusherden in gemeinschaftlichen Einrichtungen, sowohl innerhalb als auch außerhalb von Pflegeeinrichtungen.
  • Die dritte Priorität betrifft das präventive Screening folgender Zielgruppen: neue Bewohner in Pflegeeinrichtungen für Betagte, neue Bewohner mit einem Risikoprofil (über 65 Jahre oder mit Komorbiditäten) in anderen Pflegeeinrichtungen, hospitalisierte Personen.

Alle anderen präventiven Tests werden bis zum 15. November ausgesetzt.

Dies bedeutet auch, dass Tests einzelner asymptomatischer Personen nach einem Hochrisikokontakt bis zum 15. November ausgesetzt werden. Dies betrifft vor allem Hochrisikokontakte (außerhalb der Überwachung von Clustern/Virusherden) und Personen, die aus roten Zonen zurückkehren und bisher auf der Grundlage des Selbsteinschätzungsinstruments/-tools getestet wurden.

Eine Ausnahme gilt für Berufsfachkräfte im Gesundheitswesen: Hochrisikokontakte, die in der Gesundheitspflege arbeiten, können getestet werden. Asymptomatische Berufsfachkräfte im Gesundheitswesen, deren PCR-Test positiv ausgefallen ist, können jedoch ihre Arbeit fortsetzen, wenn ihre Anwesenheit für die Kontinuität der Pflege (auf der Grundlage einer für ihr Umfeld spezifischen Risikoanalyse) erforderlich ist: Diese Ausnahme ist derzeit auf ihre Anwesenheit in COVID-Versorgungsbereichen oder in Bereichen ohne direkten Kontakt zu Patienten beschränkt.

  • Im Rahmen der Testpolitik laufen zurzeit verschiedene Initiativen, die sich auf die Entwicklung dieser Politik, der Zielgruppen und der Prioritäten auswirken werden:

    • Bewertung, wie neue Techniken für Diagnosen und in Bezug auf Tests, insbesondere Antigen-Schnelltests, in die Testpolitik integriert werden können; dies schließt die operativen Aspekte im Zusammenhang mit der praktischen Organisation, der Erstattung und dem Datenaustausch in Bezug auf die Testergebnisse mit ein,
    • Entwicklung eines Dashboards zur besseren Überwachung der Laborkapazitäten und zur Optimierung der gegenseitigen Zusammenarbeit und Identifizierung der Proben,
    • Operationalisierung einer elektronischen Anwendung zur Reservierung von Probenentnahmen, insbesondere in Triage- und Entnahmezentren, sowie die Möglichkeit für Arbeitsärzte und Schulärzte, Aktivierungscodes für den Zugang zu Triage- und Entnahmezentren im Falle von Clustern in solchen gemeinschaftlichen Einrichtungen zu vergeben.

Für die Isolierung und Quarantäne gelten mit Wirkung vom 21. Oktober folgende Regeln:

  • Dauer der Isolierung für Personen mit positivem PCR-Test:
  • Für Personen, die keine Symptome aufweisen, aber deren PCR-Test positiv ist, beginnt die 7-tägige Isolierung ab dem Datum der Probenahme.
  • Die Quarantänezeit für asymptomatische Hochrisikokontakte, die nicht getestet werden, wird auf 10 Tage festgelegt, gefolgt von 4 Tagen besonderer Wachsamkeit. Die Quarantäne beginnt am Tag des letzten Hochrisikokontakts oder am letzten Tag, an dem man sich im Ausland in einer roten Zone aufgehalten hat. Entwickelt diese Person jedoch Symptome, wird sie getestet.

Diese Entscheidungen werden den Hausärzten, den Triage- und Probenahmezentren, den Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen, den klassischen Laboren und der nationalen Plattform umfassend mitgeteilt. Darüber hinaus wird die Bevölkerung in Kürze und auf geeignete Weise über die Politik in Bezug auf die Tests und über die daraus resultierenden Prioritäten informiert.

Das Kommissariat der Regierung und die Interministerielle Konferenz Volksgesundheit möchten allen Gesundheitsfachkräften, den Pflegeeinrichtungen, den Laboren und der Bevölkerung für ihre Mitarbeit an dieser Strategie und ihren Prioritäten danken.

Gesundheitsfachkräfte unter physischem und psychischem Druck

Die Mitglieder der IMK sind sehr besorgt über den hohen physischen und psychischen Druck, dem die Gesundheitsfachkräfte ausgesetzt sind. Die Ursachen sind die exponentielle Ausbreitung der COVID-19-Pandemie und die große Anzahl Patienten, die eine COVID-19-bezogene Behandlung benötigen, die Tests, die unzureichende Erholung nach der “ersten Welle”, begleitet von Müdigkeit und Fehlzeiten, die Auswirkungen des Nachholens zurückgestellter (und daher manchmal komplexer gewordener) Behandlungen usw. Dies gilt für Ärzte, Krankenhausmitarbeiter, Hauskrankenpfleger, Alten- und Pflegeheime, …

Diese Fachkräfte sind jedoch ein wesentlicher Bestandteil der COVID-19-Politik und gewährleisten eine qualitativ hochwertige und zugängliche Versorgung. Daher müssen die zuständigen Behörden sie ausreichend und angemessen unterstützen.

Seit Beginn der Pandemie haben alle Regierungen und zuständigen Minister Initiativen und Maßnahmen ergriffen, um die Belastung dieses Personals zu verringern und es bei der Erfüllung seiner Aufgaben zu unterstützen. Aber das reicht nicht aus. Die IMK hat daher beschlossen, bis zum 28. Oktober einen handlungsorientierten Health Workforce Support Plan mit klaren Prioritäten und Aufgaben für die verschiedenen Behörden zu erstellen. Das Corona-Kommissariat der Regierung wurde mit der Koordinierung dieses Plans beauftragt.

In der Zwischenzeit und angesichts des dringenden Bedarfs vor Ort wird die IMK einige konkrete Maßnahmen in Bezug auf die Probenahmekapazität ausarbeiten. Demnächst sollen Hebammen und Logopäden die Möglichkeit erhalten, unter bestimmten Bedingungen Proben zu entnehmen. Es wird auch untersucht, wie Studenten der Medizin oder der Krankenpflege im Rahmen eines Studentenjobs zur Durchführung von Probenahmen eingesetzt werden können oder ob auch andere Berufe einbezogen werden können. Schließlich werden auch zusätzliche Mittel für die Einrichtung alternativer Testzentren, z.B. Testdörfer, bereitgestellt.

Psychosoziales Wohlbefinden

Die IMK Volksgesundheit möchte, dass auch den Auswirkungen der Krise auf das psychosoziale Wohlbefinden mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird. In diesem Bereich wurde bereits eine Reihe von Maßnahmen ergriffen. Aber die Anstrengungen müssen verstärkt werden; auch eine interföderale Koordinierung ist erforderlich. Daher wird die IMK auf der Grundlage von Sachverständigengutachten zusätzliche Maßnahmen ergreifen.

Die vorliegende Pressemitteilung wurde im Namen von Pedro Facon, Corona-Kommissar der Regierung, und der Minister, die gemeinsam die Interministerielle Konferenz Volksgesundheit bilden, erstellt:

  • Wouter Beke - Flämische Regierung, Vorsitzender der IMK
  • Frank Vandenbroucke - Föderalregierung
  • Christie Morreale - Wallonische Regierung
  • Valérie Glatigny - Regierung der Französischen Gemeinschaft
  • Bénédicte Linard - Regierung der Französischen Gemeinschaft
  • Alain Maron - Gemeinsame Gemeinschaftskommission und Französische Gemeinschaftskommission
  • Elke Van den Brandt - Gemeinsame Gemeinschaftskommission und Flämische Gemeinschaftskommission
  • Antonios Antoniadis - Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Die Interministerielle Konferenz Volksgesundheit wird von der GD Gesundheitspflege des FÖD Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt organisiert und unterstützt