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Impfung

Im Dezember wurde in Belgien mit der Impfung gegen das Coronavirus begonnen. Die Impfung ist freiwillig und für jeden Bürger kostenlos.

Impfung in Belgien: Phasenplan

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Impfung in Belgien: Phasenplan

Was ist ein Impfstoff und wie wirkt er?

    Warum sollte ich mich impfen lassen?
    • Damit der Impfstoff in der Bevölkerung voll wirksam ist und sich eine Gruppenimmunität entwickelt, sollten mindestens 70 % der Belgier geimpft werden; Gruppenimmunität bedeutet, dass eine ausreichend große Gruppe von Menschen eine Resistenz gegen das Virus aufgebaut hat, so dass es nur schwer oder gar nicht mehr zirkulieren kann. Damit kann sich das Virus nicht mehr massiv ausbreiten und eine schwere Epidemie mit entsprechenden Lockdown-Maßnahmen auslösen. Geschützt sind so auch diejenigen, die nicht geimpft werden können (z. B. Schwangere, Krebspatienten in Akutbehandlung oder Menschen mit einer schweren allergischen Anamnese bezüglich Impfstoffen (Typ der anaphylaktischen Reaktion)).
    • Andererseits, wenn sich nur wenige Menschen impfen lassen, wird sich das Virus weiter ausbreiten und die Bildung einer Gruppenimmunität sehr schwierig. Infolgedessen sind mehr Menschen dem Infektionsrisiko ausgesetzt. Und dies wiederum verursacht eine Epidemie mit den damit verbundenen Lockdown-Maßnahmen.
    • Je schneller die Impfquote steigt, desto schneller können die Maßnahmen gelockert werden. Schließlich wird eine infizierte jedoch geimpfte Person weniger andere Menschen anstecken.
    • Das heißt aber nicht, dass gleich zu Beginn der Impfung alles wieder möglich ist. Eine Lockerung kann nur schrittweise erfolgen, da nicht alle auf einmal geimpft werden können, sondern in verschiedenen, von der Regierung festgelegten Phasen. Solange also noch viele Menschen infiziert werden können, besteht die ernste Gefahr einer neuen Welle, so dass die Maßnahmen auch weiterhin eingehalten werden müssen.
    • Wir streben daher Schritt für Schritt eine Gruppenimmunität mithilfe des Impfstoffs an. Auch dann müssen wir uns vor Augen halten, dass stets das Risiko eines lokalen Wiederaufflackerns besteht.
    • Eine Infektion mit dem COVID-19-Virus ist auch für junge, gesunde Menschen nicht ohne Risiken. Es hat sich gezeigt, dass auch gesunde Menschen an dem Virus schwer erkranken und langfristige Beschwerden wie Lungenschäden davontragen können.
    Was ist ein Impfstoff und wie wirkt er?
    • Ein Impfstoff gegen eine Viruserkrankung besteht aus einem Partikel dieses Virus. Wenn wir Menschen impfen, bringen wir dieses Teil des Virus normalerweise durch eine Injektion in den menschlichen Körper (denken Sie an die Impfungen, die Sie als Kind standardmäßig gegen das Hepatitis-B-Virus usw. erhielten). Auf diese Weise bildet der menschliche Organismus Antikörper gegen das Virus, dessen Partikel injiziert wurde.
    • So stärken Impfstoffe das Immunsystem des Menschen. Ein Impfstoff, der Ihrem Körper zugeführt wird, spiegelt Ihrem Körper vor, dass Sie das Virus in sich tragen. Dadurch produzieren Sie u. a. Antikörper. Auf diese Weise sind der Körper und das Immunsystem vorbereitet, falls das Virus tatsächlich zuschlägt.
    • Der Vorteil der Impfung besteht darin, dass Sie die Erkrankung nicht selbst durchzumachen brauchen und somit nicht dem Risiko der damit verbundenen, teils schwerwiegenden oder sogar lebensbedrohlichen Komplikationen ausgesetzt sind.
    • Alle COVID-19-Impfstoffe wirken theoretisch ungefähr gleich, doch gibt es erhebliche Unterschiede in ihrer Zusammensetzung. Eines haben sie sämtlich gemeinsam: Sie alle stärken das Immunsystem.
    Welche Impfstoffe gegen COVID-19 sind derzeit verfügbar?
    • Es ist sehr wichtig zu wissen, dass in Europa kein Impfstoff eingesetzt wird, der von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) kontrolliert wurde. Die EMA führt sehr strenge Kontrollen für alle in Europa zugelassenen Arzneimittel durch. Also auch für Impfstoffe. Die strengen Kontrollen konzentrieren sich auf die Sicherheit des Impfstoffs, auf die Wirksamkeit (wirkt er tatsächlich?) und auf seine Qualität. Wenn alle Daten über die Impfstoffe der strengen Kontrolle entsprechen, wird eine Entscheidung der Europäischen Kommission folgen, woraufhin diese Impfstoffe in unserem Land eingesetzt werden können.
    • Am 21. Dezember 2020 gab die EMA eine positive Stellungnahme zum Impfstoff von Biontech/Pfizer ab, woraufhin dieser von der Europäischen Kommission zugelassen wurde. Am 28. Dezember wurde dieser Impfstoff zum ersten Mal in drei belgischen Pflegeheimen (Puurs, Brüssel und Mons) verabreicht. Ab dem 5. Januar wird diese Impfung generell in allen Pflegeheimen durchgeführt. Derzeit durchlaufen auch die Impfstoffe von zwei weiteren Firmen, Moderna und Astra Zeneca/Oxford, die strengen Kontrollverfahren der EMA. Für den Moderna-Impfstoff wird die Sitzung am 6. Januar 2021 stattfinden. Wenn diese erfolgreich verläuft, kann die Europäische Kommission ihre endgültige Genehmigung und grünes Licht für den Einsatz dieses Impfstoffs geben. Andere Impfstoffkandidaten werden später untersucht, darunter die von Johnson & Johnson oder Curevac.
    Wird es eine Impfpflicht gegen COVID-19 geben?
    • Nein. Wie die meisten Impfungen in unserem Land wird auch die Impfung gegen COVID-19 absolut freiwillig sein.
    • Die Impfung ist in Belgien kostenlos.
    • Impfstoffe bereiten das Immunsystem gesunder Menschen auf den Fall vor, dass die Krankheit tatsächlich zuschlägt. Auf diese Weise sind der Körper und das Immunsystem vorbereitet, falls das Virus tatsächlich angreift.
    Miss ich mich jedes Jahr gegen COVID-19 impfen lassen?
    • Leider kann heute noch keine konkrete Antwort auf diese Frage gegeben werden. Dies wird zurzeit noch untersucht.
    • Die Dauer des Impfschutzes wird weiterhin in den Phase-3-Studien an geimpften Probanden sowie in der Praxis beobachtet werden.
    Wie viele Dosen sollte ich vom Impfstoff erhalten?
    Bei den meisten der Impfstoffe, die heute bereits zugelassen sind (Pfizer) oder deren Zulassung derzeit durch die Europäische Arzneimittel-Agentur geprüft wird (AstraZeneca/Oxford, Moderna und Curevac), handelt es sich um zwei Dosen, die im Abstand von wenigen Wochen (drei Wochen beim Pfizer-Impfstoff und vier Wochen bei den anderen) verabreicht werden.
    Sollte ich mich auch dann impfen lassen, wenn ich bereits COVID-19 hatte?
    • Es kann bislang noch nicht bestätigt werden, ob und wie lange jemand der bereits an COVID-19 erkrankt ist, künftig immun gegen die Krankheit ist. In jedem Fall gibt es Meldungen über Re-Infektionen. Außerdem ist es praktisch unmöglich, bei jedem Menschen die Blut-Antikörper gegen COVID-19 zu überprüfen und damit auch, ob eine Impfung angeraten ist.
    • Es besteht keine Pflicht zur Impfung, aber sie schützt Sie selbst und andere. Impfstoffe trainieren das Immunsystem gesunder Menschen für den Fall, dass die Krankheit tatsächlich oder erneut zuschlägt.
    Wo finde ich alle Einzelheiten zur Wirksamkeit und zu den Nebenwirkungen des Impfstoffs?
    Sobald der Impfstoff von der Europäischen Arzneimittel-Agentur zugelassen ist und auf den europäischen Markt kommt, wird die Packungsbeilage für die breite Öffentlichkeit (in der Verpackung des Impfstoffs) und eine sogenannte wissenschaftliche Packungsbeilage z. B. für Ärzte entwickelt. Dies ist nun für den Pfizer-COVID19-Impfstoff geschehen. Die belgische Föderale Agentur für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte (FAAG) wird die Beipackzettel auf ihrer Website (www.fagg-afmps.be) veröffentlichen, sobald sie in den drei Landessprachen sowie in weiteren Sprachen verfügbar sind.
    Kann ich mich nach der Impfung mit COVID19 anstecken?
    Da wir nicht überprüfen, ob jemand zum Zeitpunkt der Impfung bereits infiziert ist, ist es auch möglich, dass kurz nach der ersten Impfung eine COVID19-Infektion auftritt. Dies liegt daran, dass die geimpfte Person zum Zeitpunkt der Impfung bereits infiziert war, aber keine Symptome zeigte. Außerdem dauert es, wie bei anderen Impfungen auch, 14 Tage, bis unser Immunsystem durch den ersten Impfstoff ausreichend stimuliert ist. Wenn wir dem Virus kurz nach einer solchen Erstimpfung ausgesetzt sind, kann es noch zu einer Infektion kommen.
    Bin ich sofort nach der Impfung geschützt?
    • Nach der Impfung dauert es 10 bis 14 Tage, bis Ihr Körper beginnt, Antikörper zu bilden. Zwei Wochen nach der ersten Impfung liegt die Wirksamkeit bei etwa 90 %, nach der zweiten Impfung steigt sie auf 95 %. In der Zwischenzeit ist es sehr wichtig, dass Sie weiterhin die Schutzmaßnahmen einhalten (Abstand halten, Mundschutz tragen, Hände waschen, Räume ausreichend lüften usw.).
    • Selbst für diejenigen, die vollständig geimpft sind, ist das Befolgen der Maßnahmen immer noch sehr wichtig. Schließlich wird es noch einige Zeit dauern, bis genug Menschen geimpft sind, um eine Gruppenimmunität zu erreichen.

Ist der Corona-Impfstoff sicher?

    Worin unterscheiden sich die Impfstoffe?

    Wissenschaftler haben verschiedene Arten von Impfstoffen gegen COVID-19 entwickelt. Alle diese Impfstoffe zielen darauf ab, unser Immunsystem in die Lage zu versetzen, das Coronavirus auf sichere Weise zu bekämpfen. So ist der Körper für den Fall vorbereitet, dass das Virus tatsächlich zuschlägt.

    Verschiedene Arten potenzieller COVID-19-Impfstoffen sind in Entwicklung:

    1. Inaktivierte oder abgeschwächte Virusimpfstoffe, die eine Form des Virus verwenden, die deaktiviert oder abgeschwächt wurde, so dass sie keine Krankheit verursacht, aber dennoch eine Immunantwort hervorruft.
    2. Proteinbasierte Impfstoffe, mit harmlosen Proteinfragmenten oder Proteinhüllen, die das COVID-19-Virus nachahmen, um eine sichere Immunantwort zu erzeugen.
    3. Virale Vektorimpfstoffe verwenden ein Virus, das gentechnisch so verändert wurde, dass es keine Erkrankung hervorruft, vielmehr Coronavirus-Proteine produziert, um eine sichere Immunantwort zu erzeugen.
    4. RNA- und DNA-Impfstoffe, ein fortschrittlicher Ansatz, bei dem gentechnisch veränderte RNA oder DNA verwendet werden, um ein Protein zu erzeugen, das selbst eine sichere Immunantwort auslöst.
    Welche Impfstoffe hat Belgien gekauft?
    “Am 21. Dezember 2020 hat die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) eine positive Stellungnahme zum Impfstoff von Biontech/Pfizer abgegeben, woraufhin der Impfstoff von der Europäischen Kommission zugelassen wurde. Am 28. Dezember wurde dieser Impfstoff zum ersten Mal in drei belgischen Pflegeheimen (Puurs, Brüssel und Mons) verabreicht. Ab dem 5. Januar wird diese Impfung generell in allen Pflegeheimen durchgeführt. Derzeit durchlaufen auch die Impfstoffe von zwei weiteren Firmen, Moderna und Astra Zeneca/Oxford, die strengen Kontrollverfahren der EMA. Für den Moderna-Impfstoff wird die Sitzung am 6. Januar 2021 stattfinden. Wenn diese erfolgreich verläuft, kann die Europäische Kommission ihre endgültige Genehmigung und grünes Licht für den Einsatz dieses Impfstoffs geben. Andere Impfstoffkandidaten werden später untersucht, darunter die von Johnson & Johnson oder Curevac.
    Ist der Corona-Impfstoff trotz seiner schnellen Entwicklung sicher?

    Dass der Impfstoff so schnell entwickelt werden kann, liegt daran, dass weltweit alle Beteiligten (Hersteller, Forscher und Regierungen) diesem Thema gemeinsam absolute Priorität eingeräumt haben. COVID-19-Impfstoffe werden nach den gleichen strengen gesetzlichen Anforderungen an pharmazeutische Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit entwickelt wie andere Arzneimittel.

    Die verschiedenen Stadien der Impfstoffentwicklung:

    1. In der ersten Phase unterzieht der Entwickler seinen Impfstoff strengen Tests. Hier wird die Qualität des Impfstoffs überprüft, genauer gesagt die Reinheit, die Komponenten und der Herstellungsprozess.
    2. Anschließend erfolgt eine wissenschaftliche Bewertung durch die Regulierungsbehörden. Dies sind die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) sowie die anderen Regulierungsbehörden in den EU-/EWR-Staaten.
    3. Anschließend wird die Wirksamkeit des Impfstoffs durch den Hersteller getestet. Dies geschieht durch Labortests.
    4. Wenn alles wie gewünscht verläuft, werden die Impfstoffe an freiwilligen Probanden getestet. Dies erfolgt in drei klinischen Studienphasen mit steigenden Teilnehmerzahlen. Dieses Testprogramm muss in Übereinstimmung mit den von den Regulierungsbehörden festgelegten Prozedere und Protokollen durchgeführt werden. Dies wird auch jedes Mal von der belgischen Kommission für medizinischen Ethik gebilligt.
    5. Am Ende des Testprogramms legt der Entwickler die Ergebnisse der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) vor. Letztlich wird die Zulassung nur erteilt, wenn die EMA fundierte wissenschaftliche Belege dafür erhält, dass der Nutzen der Impfstoffe deren Risiken überwiegt.
    Warum kann die Entwicklung eines sicheren, praxistauglichen und qualitativ hochwertigen Impfstoffs so schnell erfolgen?

    Das Besondere an den COVID-19-Impfstoffen ist, dass die Entwicklung und mögliche Zulassung eines Impfstoffs auf allen Ebenen aufgrund des gesundheitlichen Notstands Priorität haben, und dementsprechend schneller vorangekommen sind.

    • Produktion: Den Herstellern wurde erlaubt, dass sich die verschiedenen Phasen bei der Impfstoffentwicklung überschneiden dürfen: So können z. B. Phase-3-Studien gleichzeitig zu den Phase-2-Studien gestartet werden. Dies bedeutet nicht, dass die Impfstoffe weniger sicher sind, da jede Phase korrekt durchlaufen werden muss. Wie alle Medikamente werden auch die COVID-19-Impfstoffe im Labor und in präklinischen und klinischen Studien (Phasen 1, 2 und 3) getestet. Natürlich gelten bei jedem Schritt die gleichen strengen Anforderungen wie bei allen anderen Arzneimitteln auch. Sie werden auch an einer breiten Zielgruppe getestet.
    • Zulassung Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat einer speziellen Experten-Task-Force die Priorität der COVID-19-Bewertungsverfahren übertragen. Auf diese Weise werden die Anträge der Unternehmen schneller ausgewertet und zugleich solide wissenschaftliche Stellungnahmen gewährleistet.
    • Auf globaler Ebene Aufgrund der Krisensituation infolge der COVID-19-Pandemie werden die COVID-19-Impfstoffe weltweit mit absoluter Priorität entwickelt.
    • Umfangreiche Erfahrungen und Kenntnisse: Die Entwicklung von Impfstoffen gegen COVID-19 wurde auch durch die in den letzten Jahren gesammelten Erkenntnisse bei der Impfstoffentwicklung für andere SARS/Coronaviren beschleunigt. So greifen manche Firmen oder Forschungsinstitute auf bestehende Strukturen zu, um ihren Impfstoff herzustellen.
    • Mehr Ressourcen: Zusätzlich wurden mehr Ressourcen mobilisiert und gebündelt, während sie bei einer normalen Entwicklung eher über einen längeren Zeitraum verteilt sind (sowohl in Pharmaunternehmen als auch bei den zuständigen Behörden).

    Schließlich ist der Prozess der Entwicklung und Zulassung von COVID-19-Impfstoffen daher vor allem effizienter. Bei der Bewertung werden keine wichtigen Schritte übersprungen, denn diese Impfstoffe müssen die gleichen Anforderungen erfüllen wie alle anderen Impfstoffe. Erst wenn hinreichend nachgewiesen wird, dass der Impfstoff qualitativ gut, wirksam und sicher ist, wird eine positive Empfehlung für seine Registrierung abgegeben.

    Der Impfstoff wurde so schnell entwickelt, kennt man die langfristigen Nebenwirkungen?
    • Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass ein Impfstoff nur dann zugelassen wird, wenn seine Wirksamkeit, Qualität und Sicherheit ausreichend nachgewiesen wurden. Deshalb ist die Phase 3 der klinischen Studien so wichtig.
    • Bei klinischen Studien wird der Impfstoff in mehreren Phasen an großen Personengruppen getestet, in der letzten (dritten) Phase oft an Zehntausenden von Menschen. Bei einem Corona-Impfstoff sind es heute viel mehr als bei den meisten anderen Impfstoffen, beispielsweise zwischen 30.000 und 60.000 Personen. Dank dieser Studien lässt sich feststellen, ob und welche möglichen Nebenwirkungen auftreten können. Die meisten Nebenwirkungen treten innerhalb von sechs Wochen nach der Impfung auf. Diese werden dann bei den klinischen Studien berücksichtigt.
    • Das Risiko von schwerwiegenden Nebenwirkungen nach der Zulassung eines Impfstoffs ist daher gering. Trotzdem lässt es sich nie ganz ausschließen. Dies gilt jedoch nicht nur für den Corona-Impfstoff, sondern für alle Impfstoffe und Arzneimittel. Deshalb wird der Impfstoff auch nach seiner Zulassung weiterhin genau überwacht.
    • Für den Corona-Impfstoff wurde ein spezielles europäisches Überwachungssystem eingerichtet. So können wir bei Bedarf schnell reagieren.
    Was ist, wenn es dennoch Nebenwirkungen gibt?
    • Ist ein Impfstoff zugelassen? Auch danach überwacht die Föderale Agentur für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte (FAAG) den Impfstoff und die Studien. Genauso wie es bei Medikamenten oder anderen Impfstoffen der Fall ist. Denn jedes Medikament und jeder Impfstoff hat Nebenwirkungen. Die meisten verlaufen oft mild oder sind nur von kurzer Dauer.
    • Für den Corona-Impfstoff wurde ein spezielles europäisches Überwachungssystem eingerichtet. So können wir bei Bedarf schnell reagieren.
    • Stellen sich bei einer Person nach der Impfung Nebenwirkungen ein, unabhängig davon, ob sie in der Packungsbeilage aufgeführt sind oder nicht? Dann können Sie dies der Föderalen Agentur für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte (FAAG) melden. Die Experten des FAAG bewerten diese Nebenwirkungen. Derartige Erkenntnisse werden auch weltweit geteilt. Durch die Erfassung solcher Daten in großem Maßstab werden eventuelle Signale schneller erkannt.
    • Tritt eine seltene Nebenwirkung auf oder gibt es Probleme mit der Qualität einer Arznei oder eines Impfstoffs? Die FAAG wertet dies aus und veranlasst ggf. Maßnahmen. Zum Beispiel durch die Anpassung des Beipackzettels oder durch eine Warnung an das medizinische Personal. Im Extremfall wird das Medikament oder der Impfstoff vom Markt genommen.
    Verändern manche Impfstoffe die DNA?
    • Nein. Ein mRNA-Impfstoff verändert nicht Ihre DNA, sondern führt Ihrem Körper eine harmlose Variante mit dem gleichen genetischen Code (mRNA) wie das Virus zu. So kann Ihr Immunsystem Antikörper dagegen bilden und Ihr Organismus reagiert schnell, wenn Sie tatsächlich mit dem Virus in Kontakt kommen.
    • Die Variante mit dem im Impfstoff enthaltenen genetischen Code kann nicht mit dem Wirtsgenom, Ihrer DNA, verschmelzen. Er wird nämlich in einer Zelle in Ihrem Körper in Spike-Proteine, ein Eiweiß, umgewandelt. Die Fragmente dieses Proteins werden für die Immunzellen Ihres Körpers sichtbar, so dass Antikörper produziert werden, die ihrerseits das Virus erkennen. Letztendlich wird der Impfstoff von Ihrem Körper auf natürliche Weise abgebaut. Er verändert also nicht Ihre DNA.
    Schützt mich der Impfstoff auch noch, wenn das Virus mutiert?
    • Normalerweise mutieren Viren. Das bedeutet, dass sich das genetische Material des Virus verändert. Dies geschieht bei den verschiedenen Viren nicht immer mit der gleichen Geschwindigkeit. Mutationen beeinflussen nicht unbedingt die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen das Virus.
    • Manche Impfstoffe bleiben noch viele Jahre nach ihrer Entwicklung wirksam und bieten einen Langzeitschutz, wie bei Masern oder Röteln. Andererseits können sich die Virusstämme bei Krankheiten wie der Grippe verändern, so dass die Zusammensetzung des Impfstoffs im Hinblick auf seine Wirksamkeit jährlich aktualisiert werden muss.
    • Die Wissenschaftler und die Aufsichtsbehörden überwachen, ob sich das Coronavirus im Laufe der Zeit verändert und ob die Impfstoffe vor einer Infektion mit neuen Virusvarianten schützen können.
    • Sollte sich herausstellen, dass Anpassungen erforderlich sind, so wird die Wissenschaft eine Antwort darauf geben, genau so wie bei anderen Viren, denen wir uns auch angepasst haben.
    Ist es sicher, wenn ich schwanger bin oder stillen möchte?
    • Die heute verfügbare Datenlage reicht nicht aus, um eine Aussage über die Sicherheit von Impfstoffen während der Schwangerschaft zu treffen. Von einer Impfung während der Schwangerschaft wird daher abgeraten. Wenn Sie in den kommenden Monaten schwanger werden wollen, ist es ebenfalls nicht ratsam, die erste Dosis des Impfstoffs zu nehmen.
    • Frauen im gebärfähigen Alter wird empfohlen, bei einem Schwangerschaftswunsch erst zwei Monate nach der zweiten Impfung schwanger zu werden.
    • Wenn Sie nach Beginn der Impfung feststellen, dass Sie schwanger sind, hat die Schwangerschaft Vorrang , sodass Sie nicht wie geplant mit der zweiten Dosis geimpft werden. Auch das Stillen hat Vorrang, dementsprechend wird die Impfung bis nach dem Ende der Stillzeit verschoben.
    Sollten Kinder geimpft werden?
    COVID-19-Impfstoffstudien an Kindern haben gerade erst eingesetzt, daher gibt es nur sehr begrenzte Daten zur Sicherheit und Immunogenität (die Fähigkeit, Antikörper zu bilden) in dieser Gruppe vor. Aus diesem Grund werden die COVID-19-Impfstoffe derzeit nicht routinemäßig für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren empfohlen (für den Impfstoff von Pfizer).
    Sollten Sie sich impfen lassen, wenn Sie an COVID-19 erkrankt und/oder HIV-positiv sind?
    • Es kann bislang noch nicht bestätigt werden, dass jemand der bereits an COVID-19 erkrankt ist, künftig immun gegen die Krankheit bleibt.
    • Leider gibt es Berichte über eine erneute Infektion und es lässt sich derzeit nicht sagen, ob und wie lange man nach einer Erkrankung immun bleibt.
    • Es besteht keine Pflicht zur Impfung, aber Sie schützt Sie selbst und andere. Impfstoffe trainieren das Immunsystem für den Fall, dass die Krankheit tatsächlich zuschlägt. Auf diese Weise sind der Körper und das Immunsystem vorbereitet, falls das Virus tatsächlich (erneut) angreift.
    • Darüber hinaus ist es praktisch unmöglich vor Durchführung der Impfung bei jedem einzelnen zu überprüfen, ob sich im Blut Antikörper gegen das COVID-19 gebildet haben.
    • Klinische Studien der Phase 3 umfassen breite Zielgruppen, einschließlich HIV-seropositiver Menschen. Die Analysen der verschiedenen Gruppen werden von den Regulierungsbehörden vorgestellt und im Detail analysiert. * Auch in den Phase-3-Studien von Pfizer und Moderna wurden COVID-19-positive Teilnehmer eingeschlossen, die ein ähnliches Nebenwirkungsprofil aufwiesen wie die COVID-19-negativen Teilnehmer.
    Ich bin chronisch krank, wie weiß ich, ob ich geimpft werden kann?
    In Phase 3 der klinischen Studien wurden die Ergebnisse von mehreren Patienten mit chronischen Erkrankungen (Diabetes, Lungenerkrankungen usw.) analysiert. Die Analyse dieser Gruppen wird es später ermöglichen, spezifischere Antworten zu geben. Deshalb muss für jeden Patienten immer eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung vorgenommen werden. Knapp 50 % der Teilnehmer an der COVID19-Phase 3-Studie von Pfizer hatten eine Komorbidität. Die Nebenwirkungen und die Wirksamkeit (mit Ausnahme von Krebspatienten) waren in dieser Gruppe sehr ähnlich zu denen der Teilnehmer ohne Komorbidität. Denn nicht alle chronischen Krankheiten sind in den klinischen Studien vertreten.

Wer bekommt den Impfstoff und wann?

    Wird es genügend Impfstoffe für alle geben?
    • Die Impfstoffe werden kontinuierlich produziert, wobei ihre verfügbare Menge mit den Auslieferungen steigen wird.
    • Bis zu ihrer Herstellung in großen Mengen müssen mehrere Schritte geplant werden, um die am stärksten gefährdeten Gruppen bestmöglich zu schützen und die individuelle Immunität schrittweise zu erhöhen.
    Wird der Impfstoff sofort für alle verfügbar sein?
    • Nein. Die Impfstoffe werden kontinuierlich produziert, wobei ihre verfügbare Menge mit den Auslieferungen steigen wird. Bis zu ihrer Produktion in großen Mengen müssen mehrere Schritte geplant werden, um die am stärksten gefährdeten Gruppen optimal zu schützen und die individuelle Immunität schrittweise zu erhöhen. (siehe Frage „Was sind die prioritären Gruppen?“)
    • Im Moment ist es schwierig, einen genauen Zeitplan für die Bereitstellung dieser Impfstoffe anzugeben. Daher ist die schrittweise Verfügbarkeit des Impfstoffs nach Prioritätsgruppen entscheidend.
    Können alle zeitgleich geimpft werden?
    • Nein. Die Impfstoffe werden kontinuierlich produziert, wobei ihre verfügbare Menge mit den Auslieferungen steigen wird. Bis zu ihrer Produktion in großen Mengen müssen mehrere Schritte geplant werden, um die am stärksten gefährdeten Gruppen optimal zu schützen und die individuelle Immunität schrittweise zu erhöhen. (siehe Frage „Was sind die prioritären Gruppen?“)
    • Im Moment ist es schwierig, einen genauen Zeitplan für die Bereitstellung dieser Impfstoffe anzugeben. Daher ist die schrittweise Verfügbarkeit des Impfstoffs nach Prioritätsgruppen entscheidend.
    Was sind die prioritären Gruppen?

    Um die Immunität der Bevölkerung zu erhöhen und die am stärksten durch das Virus gefährdeten Personen zu schützen, wird die Impfung in Abhängigkeit von der Anzahl der verfügbaren Dosen in drei Phasen stattfinden.

    GRUPPE 1a

    In erster Linie werden die am stärksten gefährdeten und exponierten Personen geimpft.

    • Bewohner und Personal in Pflegeheimen und kollektiven Betreuungseinrichtungen: Seit dem Ausbruch der Pandemie hat COVID-19 vor allem ältere Menschen schwer getroffen, insbesondere in den Pflegeheimen. Diese Personen werden zuerst geimpft, dann das dortige Personal (einschließlich der Freiwilligen), gefolgt von den kollektiven Betreuungseinrichtungen.
    • Medizinisches Personal in der Primärversorgung und in Krankenhäusern: Sie stehen täglich in engem Kontakt mit Covid-19-Patienten. Um sie zu schützen, werden sie vorrangig geimpft.
    • Anschließend werden die sonstigen Mitarbeiter in Krankenhäusern und Gesundheitsdiensten geimpft, einschließlich solcher Organisationen, die für Präventionsmaßnahmen zuständig sind, wie Impf- und Krebsvorsorgezentren, ONE und Kind en Gezin.

    Diese erste Phase erfordert eine besondere Organisation und Infrastruktur (extrem niedrige Lagertemperaturen, mehrere Dosen usw.).

    GRUPPE 1b: gefährdete Personen ohne akute medizinische Probleme, aber mit hohem Risiko.

    In dieser Phase wird erwartet, dass Impfstoffe in größerem Umfang zur Verfügung stehen, so dass es dann möglich sein wird, größere Personengruppen zu impfen. Die am stärksten gefährdeten Personen, die nicht im Krankenhaus behandelt werden, werden vorrangig behandelt. Dies sind die folgenden Gruppen:

    • Personen über 65 Jahre haben in dieser Phase oberste Priorität. Soweit genügend Impfstoff zur Verfügung steht, können alle diese Menschen zeitgleich geimpft werden. Ansonsten beginnen wir mit den ältesten Personen, und dann absteigend nach Alter.
    • Personen zwischen 45 und 65 mit erhöhtem Risiko: Danach kommen Menschen zwischen 45-65 Jahren mit Risikofaktoren wie:
      • Diabetes
      • Bluthochdruck
      • Chronische kardiovaskuläre, pulmonale, renale und hepatische Erkrankungen, hämatologische Krebsarten bis zu fünf Jahren nach der Diagnose
      • Alle kürzlich aufgetretenen Krebserkrankungen (oder kürzlich erfolgte Krebsbehandlungen)
      • Obesitas (Body Mass Index ≥ 30).

    Diese Liste wird im Lichte der wissenschaftlichen Entwicklungen aktualisiert und erweitert,

    • Wesentliche Berufe: Diese Phase wendet sich an Personen, die eine wesentliche soziale und/oder wirtschaftliche Funktion erfüllen. In dieser zweiten Phase steht zu erwarten, dass die logistischen Engpässe weniger gravierend sein werden, so dass die Organisation der Impfung dieser Zielgruppen einfacher sein dürfte.

    GRUPPE 2 – breite Bevölkerung

    In der dritten Phase werden die Impfstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, um die breite Bevölkerung zu impfen.

    In diesem Stadium steht zu erwarten, dass die Dosen wie andere Impfstoffe, z. B. Grippeimpfstoffe, gelagert und verabreicht werden können.

Die Impfung in der Praxis

    Kann ich mich beim Hausarzt impfen lassen?
    • Es liegen derzeit mehrere Szenarien auf dem Tisch. Für Phase 1a, mit der Impfung der Bewohner und des Personals von Altenpflegeheimen, des Krankenhauspersonals und des Gesundheitspersonals der ersten Linie (Allgemeinmediziner, Physiotherapeuten, Hauskrankenpfleger, Apotheker usw.) wird ein zentralisiertes System gewählt. Dies gilt auch für die Phase 1b mit der Impfung der Über-65-Jährigen und der Menschen zwischen 45 und 65 mit Komorbiditäten, sofern sie ausreichend mobil sind. In den Phasen 1b und 2 ist auch eine Kombination aus zentralem und dezentralem System denkbar, an der die Hausärzte verstärkt beteiligt sind.
    • Die Hauptgründe für ein zentralisiertes System sind die spezifischen Lagerungsanforderungen des Impfstoffs wie (sehr) niedrige Temperaturen und die Verabreichung des Impfstoffs in Mehrfachdosis-Packungen. Dies bedeutet, dass viele Hunderte von Impfstoffen gruppiert über einen relativ kurzen Zeitraum unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen verabreicht werden müssen.
    • Analog zu einer Reihe von Nachbarländern, insbesondere Deutschland, den Niederlanden und Frankreich, werden wir die Impfstrategie so effizient und strukturiert wie möglich umsetzen. Dabei wird soweit wie möglich auf bestehende Strukturen wie Krankenhäuser und Impfstellen zurückgegriffen. Es wird unterschieden zwischen Phase 1a mit zentraler Verabreichung der Impfstoffe an die hochpriorisierten Zielgruppen und Phase 1b mit Ausweitung der Zielgruppen und erhöhter Verfügbarkeit der Impfstoffe.
    • Erst in Phase 2 kann man von einer flächendeckenden Impfung auch für Gruppen mit geringem Risiko sprechen. Der Beginn jeder Phase richtet sich nach der Verfügbarkeit und den Eigenschaften des Impfstoffs sowie den daraus resultierenden Folgen für die Verteilung.
    Wie werden die Impfstoffe logistisch verteilt?
    Die Task Force ‚Operationalisierung der COVID-19-Impfstrategie‘ arbeitet intensiv daran, in Absprache mit den Gemeinschaften eine Impfstrategie zu entwickeln. Es sind verschiedene Szenarien im Gespräch. Sobald die Strategie feststeht, wird auch klarer werden, wie die Impfstoffe in Flandern verteilt werden sollen.
    Wird in meiner Gemeinde ein Impfzentrum eingerichtet?
    Dies wird mit den Teilstaaten erörtert. Und in Flandern werden die ELZ (first line zones) am Zug sein. Dies gilt erst bei Phase 1b, wenn wir in größerem Umfang impfen können. Wann genau wir mit Phase 1b beginnen können, ist aufgrund der Unsicherheiten bei der Auslieferung momentan schwer abzuschätzen. * Wann die Phase 2 beginnen kann, lässt sich noch nicht voraussagen.
    Wo werden die Impfstoffe gelagert?
    Die Impfstoffe werden zentral unter strenger Sicherheitsaufsicht in 41 HUB-Krankenhäusern und Impfzentren im ganzen Land gelagert. Aus Sicherheitsgründen können wir die genauen Standorte nicht angeben. Da die ersten Impfstoffe bei sehr niedrigen Temperaturen gelagert werden müssen, werden auch hierfür entsprechende Kühlsysteme bereitgestellt.
    Werden alle Impfstoffe rechtzeitig zur Verfügung stehen?
    • Die Bestellungen für die Impfstoffe wurden bereits aufgegeben, so dass sie rasch verfügbar sein werden, sobald die Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur vorliegt.
    • Diese logistische Operation wird derzeit von der Task Force ‚Operationalisierung der COVID-19-Impfstrategie‘ vorbereitet.

Forschung und Entwicklung

Das Coronavirus ist Gegenstand vieler wissenschaftlicher Forschungen. Klicken Sie hier für weitere Informationen über die Forschung zum Coronavirus und zum Impfstoff.

Informationen für Pflegekräfte

Sie möchten als ehrenamtliche Pflegekraft in einem Impfzentrum mithelfen? Auch Studenten und Rentner sind herzlich willkommen!

Weitere Infos

Für weitere Informationen über die Impfung, siehe: